Brustkrebs und Psyche

Die Frage nach einem kausalen Zusammenhang zwischen der Ursache an Krebs zu erkranken und der Möglichkeit diesem vorbeugend entgegenzuwirken, kann nicht eineindeutig beantwortet werden. Denn Brustkrebs (und andere Krebsarten) hat viele Wurzeln – Mediziner sprechen von einer „Multifaktoriellen Genese“ – so wird es voraussichtlich auch nie die eine Therapie geben, die allen hilft.. 

So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich sind auch deren Charakterbilder. Eigenschaften, die oft einer Krebsrisikopersönlichkeit zugeschrieben werden, sind im wesentlichen: schwaches Selbstbewusstsein, Angst, Wertlosigkeit, Rollenprobleme, unausgelebte Sexualität.

Hier könnte man sagen, irgend etwas trifft immer zu. Daher besteht die Gefahr, dass einer Brustkrebspatientin suggeriert wird, dass sie selbst verantwortlich ist für ihre Krebserkrankung, weil sie Kraft ihrer Gedanken und Gefühle den Krebs hätte vermeiden können.

Diese Haltung kann als Folge zu großen Schuldgefühlen führen und ist im Ansatz falsch.

Richtiger ist die Sichtweise, welche belastenden Erlebnisse hatte die Frau zu verarbeiten, die allerdings nicht als einzige Ursache einer Krebserkrankung angesehen werden dürfen, sondern als ein mitbestimmender Faktor.

Mit diesem Einfluss beschäftigt sich neu die Forschungsrichtung der Psychoneuroimmunologie, die sich zur Aufgabe stellt, dass Zusammenwirken von Immun-, Nerven- und Hormonsystemen zu untersuchen.

Es geht um die Wirkung der Gefühle wie Trauer, Freude, Angst etc. auf die Leistungsfähigkeit des Immunsystems. Welchen Einfluss haben diese seelischen Gefühlswelten auf die Abwehrkräfte des Körpers?

Diese Frage ist in Bezug auf die Auseinandersetzung einer Brustkrebspatientin mit sich selbst ein guter und weiterführender Ansatz. Denn die Leistungsfähigkeit des Immunsystems trägt dazu bei, wie gut ein Körper mit Hilfe seiner Abwehrkräfte mit Krebszellen fertig wird.