Risikofaktoren

Statistisch gesehen erkrankt jede zehnte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Wer eine solche Zahl hört, fragt sich vielleicht beklommen: Trifft es demnächst mich?
Doch im Umgang mit statistischen Angaben zum Thema Krebs ist Skepsis geboten.

So viele Frauen erkranken an Brustkrebs:

 unter 30 Jahren

 3 von 10.000

 zwischen 30 und 39

 3 von 1.000

 zwischen 40 und 49

 1 - 2 von 100

 zwischen 50 und 59

 3 - 4 von 100

 zwischen 60 und 69

 6 - 7 von 100

 über 70

 10 von 100

Tatsächlich gilt der Risikofaktor 1 : 10 nur für Frauen über 70 Jahren. Einerseits also ist die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken, für jünger Frauen nicht ganz so hoch wie oft befürchtet. Andererseits bedeutet das: Das Alter ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs.  Besonders wenn Verhütung, Schwangerschaft oder Wechseljahre für Sie kein Thema mehr sind, sollten Sie dennoch regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen gehen, um die Möglichkeiten der Früherkennung zu nutzen.

Familiär erbliche Vorbelastungen
Nur rund fünf aller Brustkrebsfälle sind erblich bedingt. Je näher der Verwandtschaftsgrad und je jünger das Erkrankungsalter der Angehörigen, desto größer ist das Risiko für Frauen aus der Familie ebenfalls an Krebs zu erkranken.
Wenn in einer Familie gehäuft Brust- und Eierstockkrebs auftreten, kann eine genetische Beratung an einem der Zentren für "Familären Brustkrebs" in Kliniken in ganz Deutschland mehr Klarheit bringen. Wenn sich dort der Verdacht auf eine erbliche Belastung erhärtet, ist auch ein Gentest in Erwägung zu ziehen. Auslöser für Brustkrebs können Veränderungen (Mutationen) am BRCA-1- und BRCA-2-Gen sein, es gibt aber auch noch andere "Brustkrebsgene".

Übergewicht
Starkes Übergewicht gilt als klarer Risikofaktor für die Entstehung eines ein Mammakarzinom. Die Fettzellen speichern und produzieren das Hormon Östrogen an und diesem wird eindeutig brustkrebsfördernde Eigenschaften zugeschrieben.

Alkohol
Übermäßiger Alkoholkonsum fördert im gewissen Umfang das Brustkrebsrisiko. Dafür scheint es mehrere Ursachen zu geben. Alkohol bewirkt einen Anstieg des Östrogensspiegels im Blut und erniedrigt den Folsäurespiegel. Die Folsäure ist ein wichtiger Stabilisator der DNA. Weiterhin hat ein Abbauprodukt des Alkohols, das Acetaldehyd, nachweislich eine kanzerogene (Krebs erregende) Wirkung. Konkret heißt das: bei einem Achtel Wein oder einem kleinen Glas Bier pro Tag sollte es bleiben.

Körperliche Bewegung
In mehreren Studien wurde eindeutig gezeigt, dass körperliche Bewgung das Brustkrebsrisiko wesentlich reduziert. Bewegungsmuffel erkranken häufiger an Krebs, als Frauen, die vor allem vor und nach den Wechseljahre regelmäßig Sport treiben und sich bewegen.
Extreme Anstrengungen senken das Risiko jedoch nicht. Als besonders effektiv erwiesen sich Radfahren und zügiges Spazierengehen.

Rauchen
Der Beziehungszusammenhang, dass aktives oder passives Rauchen das Brustkrebsrisiko erhöht, ist nicht eindeutig bewiesen.

Allerdings haben Studienergebnisse gezeigt, dass das Risiko für junge Frauen, die vor der ersten Schwangerschaft rauchten (passiv/aktiv) häufiger an Brustkrebs erkrankten als Nicht-Raucherinnen. Darüber hinaus ist bestätigt, dass bei Frauen unter 50 Jahren, die regelmäßig von Rauchern umgeben sind, sich das Risiko einer Erkrankung um 50% erhöhte . Daraus resultiert, dass man sagen kann, ja Rauchen (aktiv/passiv) kann das Krebsrisiko erhöhen, muss aber nicht zwangsläufig bei jeder Frau zu einer Brustkrebserkrankung führen.

Das Rauchen schädlich ist, ist allgemein bekannt, weshalb Ärzte über das Brustkrebsthema hinaus vom Rauchen abraten, insbesondere bei jungen Frauen.

Hormonsubstitution
Ob die Einnahme von Hormonen, d.h. Östrogenen und Gestagenen zur Empfängnisverhütung oder bei Wechseljahresbeschwerden einen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko hat, wurde lange kontrovers diskutiert.
Heute ist man sich einig, dass die Hormone zwar keinen Brustkrebs auszulösen scheinen, aber dann wenn Brustkrebszellen im Körper sind, deren Entwicklung fördern.