Histologische Typisierung

Histologische Klassifikation 
Prinzipiell unterscheidet man in-situ Karzinome (Krebs am Ort) von invasiven Tumoren, d.h. Krebs, der in das Nachbargewebe hineinwächst.

In-situ Brustkrebs
Es handelt sich hierbei um Vorstadien des Brustkrebses. Die meisten Fälle von Brustkrebs beginnen in den Oberflächenzellen (Epithelien) der Milchgänge, oder manchmal auch in den Drüsenläppchen. Solange sich der Brustkrebs auf das Gebiet eines Drüsenläppchens beschränkt, bezeichnet man es als carcinoma in situ oder auch nicht infiltrierende, epitheliale Tumore.
In diesem Stadium kann ein Krebs unter Umständen viele Jahre ruhen.
In diesem Stadium ist die Erkrankung zu 90% nur durch eine Operation (manchmal auch mit einer Strahlentherapie) heilbar.
Chemotherapie ist normalerweise nicht notwendig.

Je nachdem, ob und von welchem Gewebe das In-situ-Karzinom ausgeht, unterscheidet man

  • Das duktale Carcinoma-in-situ (DCIS)
    geht von den Milchgägnen aus und ist mit 90% die häufigste Form.

  • Das lobuläre Carcinoma -in-situ (LCIS, auch CLIS, oder LN)
    bildet sich häufig dort, wo die Milchgänge aus den Drüsenläppchen abgehen. Das trifft eher auf jüngere Frauen vor den Wechseljahren zu. Häufig wird bei dem LCIS nicht operiert, sondern zunächst unter strenger Kontrolle abgewartet, ob es sich weiter entwickelt.

Invasiver Brustkrebs
Die invasiven Brustkrebsarten zeichnen sich dadurch aus, dass Zellen des Drüsengewebes durch die Basalmembran in umgebenes Gewebe, z.B. Fettgewebe, Blut- und Lymphgefäße, vorgedrungen sind. Man bezeichnet sie auch als infiltrierende Tumore.

Man unterscheidet folgende Arten:

  • Invasives duktales Karzinom
    Ebenso wie in-situ-Karzinome bilden sich die invasiven Brustkrebse am häufigsten in den Milchgängen - und zwar in schätzungsweise 75 % der Fälle. Charakteristisch für diese  Krebsart ist, dass harte, manchmal höckrige Knoten in einer Brust fühlbar sind.
  • Invasives lobuläres Karzinom
    Ein mit bis zu einem Anteil von 15 % wesentlich seltener vorkommender Typus ist das lobuläre  Karzinom, das am Ende eines Milchgangs oder in einem der Drüsenläppchen entsteht. Es macht sich häufig als Verdichtung bemerkbar, die nicht deutlich zum umliegenden Gewebe hin abgegrenzt ist.
    Bezogen auf die Überlebenszeit bietet dieser Typus eine leicht überdurchschnittliche Prognose.

Neben diesen beiden Hauptformen gibt es noch weitere Typen von Brustkrebs, die seltener auftreten. 

  • Medulläres Karzinom
    Diese Tumoren sind meist rundlich, scharf begrenzt, relativ weich und enthalten zwischen den Krebszellen häufig viele weiße Blutzellen. Sie machen fünf bis sieben Prozent der Brustkarzinome aus. Sie haben eine überdurchschnittlich gute Prognose.
  • Muzinöses Karzinom
    Es handelt sich ebenfalls um eine Sonderform des duktalen Karzinoms. Dieser Typus hat einen Anteil von drei Prozent unter allen Brustkrebsarten. Er enthält schleimbildende Zellen, weshalb das Tumorgewebe oft glänzend aussieht. Im Allgemeinen hat das muzinöse Karzinom eine sehr gute Prognose.
  • Tubuläres Karzinom
    Auch dies ist eine Sonderform des duktalen Karzinoms und wird bei zwei Prozent der Frauen mit Brustkrebs gefunden. Charakteristisch sind die röhrenförmigen Strukturen im Gewebe. Die Prognose für das tubuläre Karzinom ist überdurchschnittlich gut.