Weitere Klassifizierung

Die Bestimmung des Differenzierungsgrads (»Grading«)

Das sogenannte Grading macht also Angaben darüber, wie differenziert die Zellen des kranken Gewebes sind. Generell gilt: Je differenzierter eine Krebszelle ist, desto gutartiger ist sie, weil sie dann noch am ehesten der normalen Zelle gleicht.

Im Einzelnen beurteilt man das Aussehen der Zellkerne, die Zellteilungsgeschwindigkeit und das Feinbild der Drüsen.  Die Grading-Skala ist also eine Ergänzung zur TNM-Klassifikation. Für die Charakterisierung von Brusttumoren ist folgendes Schema üblich:

  • Grad 1 (G1): gut differenziertes bösartiges Gewebe („low-grade“), hohe Übereinstimmung mit Ursprungsgewebe
  • Grad 2 (G2): mäßig differenziertes bösartiges Gewebe
  • Grad 3 (G3): schlecht/niedrig differenziertes bösartiges Gewebe
  • Grad 4 (G4): nicht differenziertes bösartiges Gewebe (undifferenziert bzw. anaplastisch) („high-grade“). Der Tumor kann manchmal nicht mehr oder nur aufgrund immunhistochemischer Untersuchungen einem bestimmten Ausgangsgewebe zugeordnet werden.

Um genauer zu bestimmen, wo der Tumor in der Brust angesiedelt ist, wird die sogenannte Quadranteneinteilung verwendet.
Bezeichnet werden die Quadranten folgendermaßen:
oben außen, oben innen, unten außen, unten innen.

Charakterisierung des Operationsergebnisses
Die Heilungschancen hängen in hohem Maße von der Qualität der Operation ab. Der Eingriff war dann gut, wenn der Operateur den Tumor mit einem Rand gesundem Gewebe entnommen hat. In diesem Saum dürfen unter dem Mikroskop keine Krebszellen mehr zu erkennen sein.
Die Abkürzungen für den Befund sind:
R0 = unter dem Mikroskop sind keine Krebszellen an den Rändern des   Operationspräparates zu erkennen.
R1 = mikroskopisch erkennbarer Residualtumor
R2 = mit dem bloßen Auige erkennbarer Residualtumor

L0 = kein Nachweis von Tumorzellen in Lymphgefäßen
L1 = Tumorzellen in Lymphgefäßen