Die Operation

Der Anteil der sogenannten brusterhaltenden Operation ist im Vergleich zur noch vor 15 Jahren gängigen Brustamputation deutlich gestiegen.
Sollte eine Amputation unumgänglich sein, gibt es auch hier neuere medizinische Möglichkeiten die Brust wieder aufzubauen.

Brusterhaltende Operation
Bei ca. 70% der Patientinnen kann heutzutage brusterhaltend operiert werden. Für die betroffenen Frauen ist die brusterhaltende Operation eine sehr große, vor allem psychische Erleichterung.
Große Untersuchungen haben ergeben, dass dieses schonende Operationsverfahren (kombiniert mit einer anschließenden Strahlentherapie) vergleichbare Ergebnisse liefert wie die Radikaloperation an der weiblichen Brust.

Voraussetzung für eine brusterhaltende Operationsmethode ist:

  • dass der Durchmesser des Tumors nicht zu groß ist (> 2 cm)
  • der Knoten keine Verbindung zur Brustwarze hat und weit genug von ihr entfernt ist
  • der Tumor keinen Ausläufer in die umliegenden Milchgänge hat
  • der Knoten keinen entzündlichen Anteil hat
  • der Knoten von den Drüsengängen und nicht von den Drüsenlappen ausgeht.

Folgende Möglichkeiten bestehen bei diesem operativen Eingriff:

  • Tumorrektomie
    nur die Geschwulst selbst mit einem Sicherheitssaum (mind. 1 mm) wird entfernt
  • Segmentresektion
    nur das befallene Segment wird entfernt
  • Quadrantenresektion
    das den Tumor tragende Viertel der Brust wird entfernt

Der Operateur bemüht sich dabei ein möglichst gutes kosmetisches Ergebnis zu erzielen. Die Narben sollen möglichst im verdeckten BH-Bereich, unter der Brust oder Brustwarze liegen. Werden die beiden unteren Quadranten entfernt, kann eine s.g. intramammäre Verschiebeplastik zum Zuge kommen, um ein ansprechendes kosmetisches Ergbnis zu erreichen.

Radikale Brustoperation
Ist eine brusterhaltende Operationsmethode nicht möglich, empfiehlt der Arzt im Interesse seiner Patientin die Entfernung der Brust (Amputation, Mastektomie, oder Ablatio).

Nach der Operation werden unter die Brusthaut für drei bis vier Tage Saugschläuche eingelegt, die eine Nachblutung in die Wunde oder die Ansammlung von Gewebewasser verhindern sollen. Am achten bis zehnten Tag nach der Operation werden die Fäden entfernt; nach rund drei bis vier Wochen ist die Wunde verheilt. Die Narbe reicht bis zur Achselhöhle: Am Übergang zur Achsel kann sich gelegentlich ein kleines Fettpolster bilden, das jedoch nicht mit einem Tumor verwechselt werden darf.

Nach der Operation empfinden viele Patienten oft ein Spannungsgefühl am Brustkorb. Dies wird dadurch verursacht, dass ein Teil der die Brust bedeckenden Haut mit entfernt werden musste. Außerdem ist die Beweglichkeit der Schulter auf der operierten Seite etwas eingeschränkt. Deshalb beginnt das Training der Arm- und Schultermuskulatur in den meisten Kliniken bereits am Tag nach der Operation.

Entfernung der Lymphknoten
Beide Operationsmethoden umfassen neben dem Eingriff an der betroffenen Brust auch die Entfernung von Lymphknoten in der Achselhöhle auf der betroffenen Seite.
Noch während der Operation werden die sogenannten Wächter-Lymphknoten (Sentinel-Lymphknotenbiopsie) auf Krebszellen untersucht, da dies ein Hinweis darauf sein kann, dass sich die Tumorzellen im Körper ausgebreitet haben könnten.
Sind diese Krebszellen frei, wird auf die Entfernung weiterer Lymphknoten verzichtet.

Wiederaufbau der Brust
Wenn sich eine Frau nach einer Mastektomie für den Wiederaufbau der Brust entscheidet bietet heute die plastische Chirurgie eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Prinzipiell unterscheidet man das Einbringen von Silikonkissen und dei Eigengewebstransplantation. Häufig kann dies schon während der Tumorentfernung durchgeführt werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit sich erst Jahre später dafür zu entscheiden.