Brusterhaltende Therapie BET

Bei der Brusterhaltenden Therapie ist es das Ziel, den vorliegenden Tumor vollständig mit 1-2 cm Sicherheitsabstand zu entfernen. Die minimalste Form stellt die Exzsionsbiopsie dar, etwas invasiver ist die Quadrantenbiopsie, bei der das Viertel der Brust ggf. mit der darüber liegenden Haut, das den Tumor enthält, enfernt wird.


Was ist die Vorraussetzung?
Der Operateur muss sich hinreichend sicher sein, dass er durch die BET den Sicherheitsabstand wahren kann. Ist er dies nicht, so wird er Ihnen zur kompletten Entfernung der Brust (Ablatio) raten. Eine Kontraindikation stellt das Vorkommen von mehreren Tumorknoten in einer Brust dar. Auch in diesem Fall wird Ihr behandelnder Arzt Ihnen zur Amputation der Brust raten. Ist bei einer Mammographie-Untersuchung bei Ihnen sogenannter Mikrokalk in mehreren Teilen der Brustdrüse gefunden worden, so wird man Ihnen ebenfalls zur Ablatio raten, da ein hohes Risiko besteht, dass bereits kleine Nester von Tumorzellen im Mikrokalk sitzen.

Was spricht dagegen?
Auch sprechen bestimmte Tumorarten gegen eine BET, z. B. das sogenannte inflammatorische Mammakarzinom. Außerdem kann es sein, dass Ihr Arzt nicht erwartet mit einer BET ein kosmetisch befriedigendes Ergebnis zu erzielen. Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit nach einer kompletten Entfernung der Brust einen sogenannten Brustaufbau zu machen und eine neue Brust zu formen.

Bestrahlung nach der Operation
Im Anschluss an eine brusterhaltende Operation erfolgt immer eine Bestrahlung der Brust (adjuvante Radiotherapie), um eventuell verbliebene bereits gestreute Tumorzellnester bestmöglich abzutöten.  Brusterhaltende Therapie und eine Bestrahlung sind, wenn die Kontraindikationen beachtet wurden, prognostisch genauso sicher wie eine komplette Entfernung der Brust.

Durchführung der Operation
Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Der Operateur versucht, wenn möglich die Brustwarze intakt zu lassen und operiert bei der Quadrantenresektion nur in dem Viertel der Brust, in dem sich der Tumor befindet.

Markierung der Lymphknoten
Eine prognostisch wichtige Untersuchung ist die Überprüfung der Lymphknoten. Um den Lymphknoten zu finden, der die erste Station der Lymphe im Abflussgebiet des Tumors ist, wird der Lymphknoten entweder mit einem Farbstoff umspritzt oder mit einer radioaktiven Flüssigkeit markiert, die kurze Zeit nach der Operation wieder vom Körper ausgeschieden wird.

Einlegen der Drainage
Ist der Tumor entfernt, wird die Haut über der Brust vernäht. Zuvor werden Schläuche in die Wunde eingelegt, um noch einige Tage das Wundwasser abzusaugen.

Entfernung des Wächterlymphknotens
Dann wird ein zweiter kleiner Hautschnitt in der Achsel gemacht, über den man den zuvor markierten Wächterlymphknoten (Sentinel Lymphknoten) aufsucht. Man sieht ihn entweder durch die injizierte Farbe, oder die radioaktive Flüssigkeit ist über ein Messgerät messbar. Der Lymphknoten, manchmal auch mehrere, wird nun entfernt und gemeinsam mit dem entnommenen Brustgewebe in die Pathologie geschickt.

Feingewebliche Untersuchung
Dort wird er feingeweblich auf eventuell vorhandene Tumorzellen untersucht. Dies ist wichtig zu wissen, da Sie vielleicht eine weiterführende Therapie mit Medikamenten erhalten sollten, wenn sich bereits Tumorzellen im Lymphknoten befinden. Die Wunde oberhalb des Lymphknotens wird vernäht. Eventuell wird auch hier noch ein Drainageschlauch eingebracht.

Entfernen aller Lymphknoten
Wenn bei einer zuvor durchgeführten Computertomographie, oder einem Kernspin, oder bei der Untersuchung, Ihren behandelnden Ärzten ein oder mehrere vergrößerte Lymphknoten in der Achsel aufgefallen sind, so werden sie eventuell nicht nur den Wächterlymphknoten, sondern alle Lymphknoten der Achsel entfernen wollen. Dies wird ebenfalls durch einen weiteren Schnitt in der Achsel durchgeführt und man entnimmt das gesamte Fettgewebe der Achsel, in dem sich die Lymphknoten befinden und verschließt, nach dem Einlegen der Drainageschläuche, wieder die Wunde.