Tumorexzision

Bei einer Tumorexzision wird der komplette Tumor mit 1-2 cm Sicherheitsabstand entfernt. Anschließend untersucht man den Tumor und das angrenzende Gewebe feinhistologisch. Je nach Befund entscheidet sich, ob weitere operative Maßahmen, wie eine brusterhaltende Operation oder eine komplette Brustentfernung, angeraten sind.

Warum eine Tumorexzision?
Drei Komponenten sind bei der Abklärung und der Therapie des Mammakarzinoms wichtig:

  • Klärung der feingeweblichen Art des Tumors (Histologie)
  • Operative Entfernung der gesammten Geschwulst 
  • Möglichkeit des Brusterhalts

Die Tumorexzision ist u.a. möglich bei Tastbefunden an der Brust ohne weitere diagnostische Schritte (es werden kein Ultraschall oder Mammographie durchgeführt) oder wenn es bei einer Ultraschalluntersuchung oder einer Mammographie einen auffälligen Befund gab, den man aber nicht durch eine Stanzbiopsie nachweisen konnte.

Wie wird die Tumorexcizion durchgeführt?
Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt.
Der Operateur setzt einen kreisrunden Schnitt oberhalb des auffälligen Areals.
Bei Tastbefunden fällt die korrekte Schnittführung leicht.
Bei auffälligen Befunden im Ultraschall oder der Mammographie ohne klaren Tastbefund muss vor der Operation das zu untersuchende Gewebe mit einem Farbstoff oder durch das Einlegen eines Drahtes markiert werden. Dies wird mit lokaler Betäubung durchgeführt. Das auffällige Gewebe wird mit einem Sicherheitsabstand von 1-2 cm aus dem gesunden Gewebe entfernt.

Wurde der Herd im Ultraschall oder in der Mammographie bemerkt, so endet die Operation nun. Die Gewebeprobe wird in ein pathologisches Institut eingeschickt und untersucht. Dies wird ca. 2-3 Tage dauern; eine Schnellschnittuntersuchung ist aufgrund der Markierung nicht möglich.

Sollte die Untersuchung ergeben, dass es sich um einen bösartigen Tumor handelt, wird Ihr behandelndes Krankenhaus nun das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen. Eventuell ist eine anschließende OP notwendig, um das Resttumorgewebe und die Lymphknoten der Achsel zu entfernen.

Dann erfolgt eine medikamentöse Therapie oder eine Bestrahlung der Brust. Das Therapieschema wird auf Sie zugeschnitten werden, je nach der Art des Tumors und nach Ihren Bedürfnissen.

Befindet der Pathologe den Befund für gutartig, so ist keine weitere Therapie erforderlich.

War der Befund bei Ihnen tastbar, so wird das entnommene Gewebe in die Pathologie eingeschickt und in einer Schnellschnittuntersuchung beurteilt. Dies dauert ca. 30 Minuten.

Je nach Art des Tumors, wird nun eventuell etwas mehr Gewebe weggenommen und Lymphknoten aus der Achsel entfernt, d. h., die Excision wird nun zu einer brusterhaltenden Therapie mit Lymphknotenentfernung.

Sollte es aufgrund des Befundes nötig sein, die gesamte Brust zu entfernen, also eine Brustamputation (Ablatio mammae, kurz Ablatio) durchzuführen und Sie haben diesem Vorgang vor der Operation zugestimmt, so wird der Operateur nun die Brust entfernen. Haben Sie diesem Vorgehen nicht zugestimmt, so wird die Operation nun beendet. In beiden Fällen wird nach der Operation ein weiterer Behandlungsplan mit Ihnen erstellt, d.h. Kontrolltermine verabredet, medikamentöse Behandlung oder Bestrahlung besprochen etc.
Ist der Befund bei Ihnen tastbar, so sollte nicht zunächst der Tumor entfernt werden, die Operation beendet, der Befund des Pathologen abgewartet werden, um dann erneut zu operieren. Dieses Vorgehen wird zum Teil an kleineren Häusern angewendet, die keine Möglichkeit zur Schnellschnittdiagnose besitzen. Es ist aber für Sie weniger belastend „nur“ eine Operation zu haben, als zwei.