Die Wahl der Klinik

Entscheidend für eine gute Prognose der Brustkrebserkrankung ist die Art der Behandlung von Anfang an. Im optimalen Fall sollte daher eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Brustkrebs an einem sogenannten Brustzentrum stehen. Ziel ist eine höchstmögliche Qualität der Therapie.

Die Wahl des Krankenhauses
Steht die Diagnose Brustkrebs zweifelsfrei fest, ist ein chirurgischer Eingriff meistens notwendig.

Bei der Wahl des Krankenhauses können Sie folgende Entscheidungskriterien überprüfen:

  • Sind die Operateure auf Brustkrebs spezialisiert?
  • Arbeiten die Fachärzte (Frauenärzte, Chirurgen, Internisten, Strahlentherapeuten) interdisziplinär zusammen?
  • Wie sieht es mit der Zusammenarbeit zwischen Ihrem Frauenarzt und dem Krankenhaus aus?
  • Fragen Sie bei der Wahl Ihres Krankenhauses nach, ob diesem ein Zertifikat für Brustkrebszentren der Deutschen Krebsgesellschaft vorliegt. Dieses Zertifikat erhält ein Krankenhaus nur dann, wenn es bestimmte Qualitätskriterien erfüllt.

Zertifizierte Brustzentren
Seit Sommer 2003 bietet die Deutsche Krebsgesellschaft gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Senologie auf freiwilliger Basis ein Zertifizierungsverfahren für Brustzentren an.  Die Bemessungskriterien für eine objektive Zertifizierung sind von unabhängigen Fachgesellschaften erstellt worden. Nur wenn eine Klinik die Anforderungen erfüllt, erhält sie auch das Gütesiegel.

Auszüge aus den Kriterien:

  • Mindestens 150 Neuerkrankungen an Brustkrebs werden jährlich an der Klinik behandelt
  • Jeder Operateur muss mindestens 50 Brustoperationen pro Jahr durchführen
  • Mindestens 50% der Operationen müssen brusterhaltend durchgeführt werden und ein Zugang zu brustaufbauenden Operationsverfahren muss vorhanden sein
  • In den beteiligten Fachgebieten muss mindestens ein Facharzt mit ausreichender Erfahrung arbeiten z.B.

        -  Pathologe mit mindestens 300 feingeweblichen Brustkrebsbefunden

        -  Strahlentherapeut mit regelmäßiger zertifizierter Fortbildung

        -  Gynäkologe oder gynäkologischer Onkologe mit Nachweis von

           mindestens 400 durchgeführten Chemotherapien

  • Regelmäßige interdisziplinäre Tumorkonferenzen unter Teilnahme o.e. Ärzte zur Festlegung der optimalen Therapiestrategie
  • Zugang zu psycho-onkologischer Betreuung, einem Sozialarbeiter und zu Selbsthilfegruppen muss vor Ort gegeben sein
Zertifizierte Brustzentren
  • Weitere Informationen über die Zertifizierungskriterien und eine Liste aller bisher zertifizierten Kliniken in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien finden Sie unter www.onkozert.de.