Adjuvante Strahlentherapie

Nach der brusterhaltenden Therapie sollte immer eine Bestrahlung stattfinden, da das Risiko in der Brust ein Rezidiv zu bekommen von 25% der Patientinnen auf unter 10% sinkt.
Insgesamt wird die Brust mit einer Gesamtdosis von 50Gy (sprich:Gray) bestrahlt. Dabei wird in wenigen Zentimetern Abstand  zur Operationsnarbe ein besonders hoher Anteil, insgesamt 10Gy, bestrahlt. Diese Boost-Bestrahlung dient der Abtötung eventuell verbliebener einzelner Tumorzellen. Es können auch, unter Betäubung, Katheter in die Brust eingebracht werden und die Strahlenquelle kann über den Katheter direkt in die Brust vorgeschoben werden. Diese interstitielle Bestrahlung oder Brachytherapie ist besonders schonend für die Haut.
Die Therapiedauer beträgt 5 Wochen. Jeden Tag von Montag bis Freitag erhalten Sie eine Dosis von 2Gy, also 10 Gy pro Woche. Wenn Ihr Wohnort der Strahlenklinik nahe ist, so können Sie die Therapie auch ambulant durchführen lassen, d.h. Sie kommen täglich zum Bestrahlungstermin in die Klinik und gehen danach wieder nach Hause. Sollten sich Nebenwirkungen einstellen, so informieren Sie die Klinik und werden selbstsverständlich zur weiteren Betreuung aufgenommen. Wenn die Strahlenklinik nicht nahe Ihrem Wohnort liegt, oder Sie keine ambulante Behandlung wünschen, so können Sie die Therapie auch stationär durchführen lassen. Wenn Sie am Wochenende nach Hause möchten, so können Sie am Wochenende „Klinikurlaub“ machen und Samstag und Sonntag zu Hause verbringen.

Wenn Sie eine Ablatio als chirurgische Therapiemaßnahme erhalten haben, so wird Ihnen nicht unbedingt zu einer Bestrahlung geraten. Wir möchten Ihnen nur einige Konstellationen aufzeigen, in denen eine ergänzende Radiatio für Sie gewinnbringend sein könnte:

  • • Wenn die Tumorgröße über 2cm betrug.
  • • Wenn Tumorzellen durch den Pathollogen im Lymphsysstem oder im Blutsystem gefunden wurden (Lymphangiose/Hämangiose).
  • • Wenn Sie mehrere Tumorareale in einer Brust hatten (Multizentrizität).
  • • Wenn von den Operateuren kein ausreichender Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe gehalten werden konnte.
  • • Wenn mehr als drei Lymphknoten mit Tumorzellen gefunden wurden.

Wie so oft in der Medizin sind dies aber nur einige der zu erwägenden Faktoren. Es muss bei jeder Patientin im Einzelfall erwogen werden, ob mit einem Vorteil zu rechnen ist, der die eventuellen Nebenwirkungen aufwiegt.

Weitere Nebenwirkungen
Außer der Entzündung der Haut kann auch die Lunge angegriffen reagieren. Es wandern Entzündungszellen ins Lungengewebe ein. Dies kann zur Atemnot und Hustenreiz führen.