Therapiestudien

An unserem Brustzentrum werden regelmäßig klinische Studien in Zusammenarbeit mit anderen Zentren durchgeführt.  Damit möchten wir die Behandlung der Frauen mit Brustkrebs an unserer Klinik konstant verbessern.

Mit Hilfe solcher Studienergebnisse wurden auch die bisherigen Therapieschemata entwickelt. Die zur Zeit laufenden Studien dienen entweder der Weiterentwicklung der Therapiechemata, der Entwicklung neuer, effektiverer Therapien oder der Klärung gezielter Fragestellungen in Bezug auf die bestmögliche Behandlung.
Das aus diesen Studien ermittelte Wissen wird der gesamten Fachwelt zur Verfügung gestellt, so dass alle betroffenen Frauen weltweit profitieren.

Diese klinischen Studien werden in der Regel entweder durch öffentliche Fördermittel finanziert oder von der Pharmaindustrie finanziell unterstützt(Sponsoren). Sie laufen durchschnittlich über 5-10 Jahre.

Warum wird eine Teilnahme empfohlen?
Aussagekräftige Ergebnisse basieren auf der Mitwirkung von möglichst vielen Patientinnen.
Mit ihrer Teilnahme unterstützen diese die Forschung und damit den Fortschritt in der Medizin.
Darüber hinaus helfen die Teilnehmer anderen Menschen, da die Summe der gesammelten Daten künftig Kranken zu Gute kommen und sie von den gewonnenen Erkenntnissen profitieren. 

Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass Patientinnen, die unter Studienbedingungen behandelt werden, deutlich länger leben.
Der Wiener Onkochirurg A. Gnant konnte dies 2000 in einer Untersuchung zeigen. Wahrscheinlich liegt das unter anderem daran, dass sie eine intensivere Betreuung und Überwachung erhalten als Patientinnen außerhalb von Studien.

Wichtige Ergebnisse bisheriger klinischer Studien
Speziell in der Krebsforschung können viele und große Erfolge durch solche Studien vorgezeigt werden. So wird z. B. nicht jeder Frau, wie noch vor wenigen Jahren üblich, die Brust bei Krebsbefund gleich entfernt, sondern es gibt die Möglichkeit der brusterhaltenden Operation. Ein weiteres Beispiel, um den Erfolg solcher Studien zu unterstreichen, ist die gewonnene Erkenntnis, dass eine Chemotherapie bei bestimmten Rezeptoren übermedikamentiert wäre und eine Hormonbehandlung ausreicht.

Wann wird eine Patientin in eine Studie aufgenommen?
In der Regel fragt der behandelnde Arzt die Patientin bei der Befundbesprechung, ob sie an einer solchen Studie teilnehmen möchte. Wichtig ist hier für die Patientin zu wissen, dass die erhobenen Daten zum Krankheitsbild verschlüsselt weitergegeben werden, um objektive Resultate zu erzielen.

Muß man an einer Studie teilnehmen?
Da die Facetten der Studien sehr vielseitig sind, empfiehlt es sich immer mit der Studienzentrale des Krankenhauses Kontakt aufzunehmen, um die individuellen Anforderungen in Erfahrung zu bringen. Mit der gewonnenen Erkenntnis ist es eine freie (!) Entscheidung beim angefragten Patienten, ob er an einer Studie teilnehmen möchte oder nicht.