Fragen und Antworten

Hilfe, ich habe keine Ahnung, wie ein Kondom angewendet wird!
Was kann ich tun, um die große Pleite beim ersten Mal zu verhindern?

Dass du vor dieser neuen und aufregenden Situation Angst hast, ist völlig normal. Erwachsenen geht es oft genauso, wenn sie sich neu verlieben. Besorg dir einfach schon mal ein Päckchen Kondome. Die gibt's in der Drogerie, in der Apotheke und - am unauffälligsten - aus dem Automaten, beispielsweise in deiner Lieblingskneipe. Wenn du vorher ein wenig allein übst, geht's später zu zweit leichter.
Versuch das Kondom auszurollen, zieh es über den Zeige- oder Mittelfinger. Wie fühlt es sich an? Blas das Kondom doch mal auf wie einen Luftballon oder füll es mit Wasser. Du kannst es auch platzen lassen.

Für Jungen: Rolle das Kondom über deinen steifen Penis. Die Übung macht's.

Für Mädchen: Ziehe das Kondom über eine Banane oder kleine Gurke. Es schadet nicht, zu wissen, wie es geht.

Traut euch auch, miteinander darüber zu reden, wie ihr euch den Sex vorstellt: über eure Gefühle und Wünsche. Das macht das erste Mal noch schöner.

Seit ein paar Tagen habe ich Ausfluss aus der Harnröhre und die Eichel ist rot und entzündet.
Ich bin 17 und wohne noch bei meinen Eltern.
Mir ist das peinlich. Was soll ich tun?

Warten und hoffen ist die falsche Strategie, auch wenn die Symptome erstmal wieder von alleine verschwinden sollten. Fast jedem ist es peinlich, sich eine sexuell übertragbare Krankheit geholt zu haben. Dem Arzt nicht, denn er kennt das aus seiner täglichen Praxis. Also such dir rasch aus dem örtlichen Telefonbuch einen Hautarzt oder einen Urologen oder frage deinen besten Freund, ob er einen guten Arzt kennt. Vielleicht kann er dich auch dorthin begleiten. Einziger kleiner Haken bei der Sache: Du brauchst deine Versichertenkarte. Ist das Vertrauen zwischen Eltern und Kindern nicht so groß, sagen Jugendliche oft ihren Eltern, sie brauchen die Karte wegen Pickeln oder Haut­ausschlag. Der Arzt steht übrigens unter Schweige­pflicht. Das heißt, deine Eltern erfahren nur das, was du ihnen erzählen willst.

Die Untersuchung tut nicht weh. Um herauszufinden, womit du dich angesteckt hast, macht der Arzt einen Abstrich. Die meisten sexuell übertragbaren Krankheiten sind leicht und schnell zu behandeln. Rede mit deinem Freund oder deiner Freundin, denn der oder die muss sich auch behandeln lassen. Tut ihr das nicht, steckt ihr euch immer wieder gegenseitig an. Geht doch einfach zusammen zum Arzt. Damit zeigst du, dass du verantwortungsvoll mit eurer Gesundheit umgehst - und das braucht dir wirklich nicht peinlich zu sein.
    
Ich trage ständig dünne Slipeinlagen, weil ich häufig Ausfluss habe. Ist das schädlich?
Auf Dauer schon. Denn Slipeinlagen sind auf der Unterseite meist mit einer dünnen Schicht Plastikfolie bezogen. Dadurch staut sich Feuchtigkeit in der Scheide. Die Folge: Die gesunde Scheidenflora gerät aus der Balance, Erreger können sich besser an­siedeln. Übrigens: Ein leichter weißlicher oder auch etwas gelblicher Ausfluss ist bei Frauen völlig normal. Wechselt die Farbe jedoch von klarem Weiß zu Gelb­grün oder auch ins Bräunliche und riecht dazu noch unangenehm, ist das ein deutliches Signal, dass etwas nicht in Ordnung ist. Mach möglichst schnell einen Termin mit deiner Frauenärztin aus.

Ich nehme die Pille - da sind doch Kondome wirklich überflüssig - oder etwa nicht?
Um eine Schwangerschaft zu verhüten, genügt tatsäch­lich die Pille. Aber nur ein Kondom verringert das Risiko, dass du dich mit sexuell übertragbaren Krankheiten ansteckst. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du beides nimmst.

Sexuell übertragbare Krankheiten sind doch eklig.
Gibt es denn nichts, was uns davor schützt?

Nein. Leider gibt es nichts, mit dem du dich absolut dagegen schützen kannst. Kondome vermindern jedoch das Risiko enorm. Und falls du noch nicht gegen Hepatitis B geimpft bist, solltest du deine Ärztin danach fragen. Denn Hepatitis B, eine Leberentzündung, wird vor allem sexuell übertragen. Die Krankenkassen übernehmen deshalb bis zum 18. Lebensjahr die Kosten der Impfung.