Urlaub und Reisen

Sexuell übertragbare Krankheiten haben in den letzten Jahren weltweit (auch in Europa) stark zugenommen. In vielen Ländern gibt es Kondome, die nicht der bei uns gewohnten Qualität entsprechen; dies gilt auch für Gleitmittel. Stecken Sie vorsorglich Marken­kondome und Gleitcremes aus Deutschland mit in den Koffer - sicher ist sicher. Verwenden Sie zu Ihrem Schutz bei sexuellen Kontakten mit neuen Partnern stets Kondome - immer und unabhängig von Ihrem Reiseziel!

Tipps für den Notfall
Trotz aller Sorgfalt und Erfahrung kann doch einmal das Kondom reißen oder abrutschen. Als Sofort­maßnahmen zur Verhinderung einer Infektion können Sie Folgendes tun: 

  • Wenn beim Oralverkehr Sperma in Ihren Mund gelangt ist, Sperma sofort ausspucken und Mund und Rachen, wenn möglich, mit hochprozentigem Alkohol ausspülen.    
  • Wenn das Kondom gerissen ist, nur äußerlich abbrausen; keine Spülungen der Scheide oder des Darms vornehmen! Es besteht die Gefahr, dass Sie die Krankheitserreger noch tiefer in den Körper hineinspülen.   
  • Nach aktivem Scheiden- oder Darmverkehr können Sie die Infektionsgefahr durch Wasserlassen und durch Abbrausen des Gliedes vermindern (Vorhaut zurückziehen).      

Ist ein Kondom gerissen und haben Sie besonderen Anlass, eine Infektion mit HIV zu befürchten (zum Beispiel, weil Sie konkret wissen, dass Ihr Partner HIV-positiv ist), sollten Sie sich schnellstens über eine HIV-Postexpositions-Behandlung (HIV-PEP) beraten lassen. Diese HIV-Behandlung kann eventuell eine HIV-Ansteckung verhindern, wenn Sie sofort mit der Einnahme von (verschreibungspflichtigen!) virus­hemmenden Medikamenten beginnen. Diese Medika­mente können unangenehme Nebenwirkungen (z. B. Durchfall, Erbrechen, Übelkeit) haben, ernstere oder gar bleibende Schäden sind aber in der Regel nicht zu befürchten. Die Medikamente müssen vier Wochen lang eingenommen werden.
 
Da für die HIV-PEP strenge Vorschriften gelten, lassen Sie sich am besten direkt bei der persönlichen Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Telefon 01805 555 444 (12 Ct./Min. aus dem deutschen Festnetz, täglich ab 10 Uhr) beraten. Nach einer klärenden Beratung kann Ihnen dort ggf. auch eine Notfallklinik oder Arztpraxis genannt werden, wo eine HIV-PEP möglich ist.

Die Berater/innen sind auch per E-Mail erreichbar unter: telefonberatung@bzga.de