Hepatitis B

Was ist das?
Hepatitis B ist eine Form der übertragbaren Leberentzündung.

Wie sind die Symptome?
Am häufigsten holt man sich Hepatitis B beim Sex, da die Viren in fast allen Körperflüssigkeiten vorkommen. Sie befinden sich in Samenflüssigkeit, "Lusttropfen" und Scheidenflüssigkeit, aber auch im Speichel, im Urin und vor allem im Blut.

Rund ein bis sechs Monate nach der Ansteckung können Beschwerden ähnlich wie bei einer Grippe auftreten, z.B. Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Die meisten Infizierten bekommen - anders als bei der Hepatitis A - keine "Gelbsucht". Nach drei bis fünf Monaten heilt die Erkrankung bei rund 90 Prozent der Erkrankten von selbst wieder aus, bei 10 Prozent zerstört das Virus aber nach und nach die Leber.

Wie häufig kommt diese Krankheit vor?

Die Zahl der jährlichen Hepatitis-B-Neuinfektionen wird in Deutschland auf 50.000 geschätzt.

Was sind die Folgen?

Fast zehn Prozent der Infektionen heilen nicht aus, werden also chronisch (oft zunächst ohne Beschwerden). Nach einigen Jahren können sich daraus schwere Leberschäden entwickeln. Einige Erkrankte bekommen eine gefährliche Leberzirrhose oder sogar Leberkrebs.
    
Wie steckt man sich an?
Am häufigsten stecken sich Menschen mit dem Virus bei sexuellen Kontakten an, da es sich in allen Körperflüssigkeiten befinden kann. Ungeschützter Vaginal- und Analsex sind ein wesentliches Risiko. Hepatitis B kann aber auch bei oralem Sex übertragen werden, vor allem wenn Sperma in den Mund gelangt. Da das Virus im Speichel vorhanden ist, kann die Infektion auch beim Küssen übertragen werden. Selbst bei einer chronischen Infektion völlig ohne Symptome können die Hepatitis-B-Viren weiter­gegeben werden. Eine infizierte Frau kann das Virus während der Schwangerschaft oder bei der Geburt auf ihr Kind übertragen.

Die Übertragung durch Bluttransfusionen und Blutprodukte wird in Deutschland heute durch ein gutes Testverfahren weitestgehend verhindert. In Arztpraxen und Krankenhäusern sind strenge Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen vorgeschrieben, um die Übertragung des Virus zu unterbinden. Bei unsachgemäß durchgeführtem Piercing und Tätowierungen kann der Erreger über mit Blut verunreinigte Instrumente weitergegeben werden. Drogenbenutzer können sich bei gemein­samer Benutzung von Spritzen anstecken.

Wie lässt sich diese Krankheit vermeiden?

Kondome verringern das Risiko einer Übertragung, können es jedoch nicht ausschließen. Der beste Schutz ist eine wirksame Hepatitis-B-­Impfung. Sie wird heute für Säuglinge sowie Jugendliche zwischen dem 9. und 18. Lebensjahr empfohlen und von den Kassen bezahlt. Das Gleiche gilt für Personen mit einem erhöhten Infektionsrisiko, z. B. Angehörige von chronisch Infizierten, homosexu­ell aktive Männer, Dialyse-Patienten und Drogen­abhängige.
Empfohlen wird die Impfung auch für medizinisches Personal. Die Kosten dafür trägt dann meist der Arbeit­geber.
Die Impfung wird in mehreren Teilimpfungen gegeben und sollte nach etwa zehn Jahren aufgefrischt werden. Es gibt auch eine Kombinations-Impfung gegen Hepatitis A und B.

Wie wird behandelt?

Heute kann Hepatitis B vor allem im Frühstadium medikamentös behandelt werden; dadurch wird möglicherweise die Entwicklung einer chronischen Leberentzündung verhindert. Auch die chronische Hepatitis B wird in einigen Fällen erfolgreich mit antiviralen Medikamenten (v. a. Interferon) behandelt.