Herpes

Was ist das?
"Herpesbläschen", meist an den Lippen, aber auch an den Geschlechtsorganen, kennen die meisten von uns.

Wie sind die Symptome?

Bei dieser Infektionskrankheit treten fünf bis zehn Tage nach der ersten Ansteckung schmerz­hafte, manchmal mit Fieber und Schwellungen der Lymphknoten verbundene Entzündungen der Schleimhäute oder Hautausschläge auf: Kribbeln und Brennen der Haut, Jucken, Rötung, dann Bläschenbildung, Öffnung der Bläschen und Bildung von kleinen Geschwüren, die innerhalb von zwei bis vier Wochen wieder abheilen. Die Flüssigkeit in den Bläschen ist höchst ansteckend. Wer sich einmal mit dem Herpesvirus infiziert hat, bleibt sein Leben lang Virusträger und kann immer wieder einmal schubweise an Virusbläschen erkranken. Für die Bläschen im Bereich der Geschlechtsorgane ist meist ein anderer Virustyp verantwortlich als für die Lippenbläschen. Beide Virustypen können jedoch grundsätzlich jede Körperregion infizieren, z. B. beim Oralsex.

Wie häufig kommt diese Krankheit vor?

Die meisten Menschen haben Antikörper gegen Herpesviren. Das heißt: Sie haben bereits eine Infektion durchgemacht. Aber längst nicht alle Betroffenen entwickeln die typischen Symptome.

Was sind die Folgen?
Bei Personen mit einem geschwächten Immun­system, zum Beispiel nach Operationen oder schwerer Krankheit, sowie bei körperlichen und seelischen Belastungen, kann sich das Virus im ganzen Körper ausbreiten. Während einer Schwangerschaft kann eine Infektion zu schweren Erkrankungen, sogar zum Verlust des Ungeborenen führen. Eine sorgfältige ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft ist für Herpes-infizierte Frauen daher dringend notwendig. Infektionen während der Geburt können beim Neu­geborenen schwere Krankheiten verursachen, z. B. Hirnhautentzündung oder allgemeine Blutver­giftung. Herpes-Infektionen gelten bei Frauen auch als Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs.
    
Wie steckt man sich an?
Herpes wird durch Kontakt mit der sehr infek­tiösen Flüssigkeit aus den Bläschen übertragen. Die Ansteckung ist aber auch über Speichel, Vaginal-, Prostatasekret und Sperma möglich, selbst wenn die Bläschen an der betreffenden Hautstelle bereits verheilt sind. Die Viren verschwin­den auch nach einer Behandlung nicht ganz aus dem Körper, sondern schlafen in befallenen "Nervenknoten"  (Verbindungsstellen im Nervensystem = Ganglien).

Wie lässt sich diese Krankheit vermeiden?
Kondome sind ein guter Schutz bei oralem, vaginalem und analem Sex. Vermeiden Sie vor allem auch den Kontakt mit der Flüssigkeit aus den Herpesbläschen. Da Herpesviren sehr leicht übertragbar sind, können Sie eine Ansteckung nicht immer verhindern. Deshalb ist es gut, die Symptome zu kennen und gegebenen­falls einen Arzt aufzusuchen.

Wie wird behandelt?

Es wird mit virushemmenden Medikamenten behandelt, die umso wirksamer sind, je früher sie eingesetzt werden. Es gibt auch pflanzliche Mittel (z.B. Rose-Teebaum), welche erfolgreich angewandt werden können. Da die Viren jedoch trotzdem im Körper bleiben, können Sie das Wiederauftreten von Bläschen, oft ausgelöst durch Stress, Übermüdung oder UV-Bestrahlung, nicht dauerhaft verhindern.