Die Geburtsphasen

Eine Geburt wird von jeder Frau anders empfunden. Medizinisch betrachtet verläuft sie in drei Phasen:

Die Eröffnungsphase beginnt mit den ersten Geburtswehen und endet mit der vollständigen Eröffnung des Muttermundes. Diese erste Phase der Geburt dauert bei Erstgebärenden in der Regel sechs bis zwölf Stunden. Dabei entwickelt sich jede Wehe nach demselben Schema. Einer Welle gleich, steigt sie bis zu ihrem Gipfelpunkt an und flaut dann wieder ab. Dazwischen haben Sie die Gelegenheit, sich zu erholen. Wichtig ist dabei das Atmen in die Wehe hinein, was den Sauerstoff zur Versorgung Ihres Kindes heranbringt und die Geburt beschleunigt. Die Entspannung zwischen den Wehen verringert den Geburtsschmerz, weil dadurch einem Sauerstoffmangel vorgebeugt wird. Am Ende der Eröffnungsphase ist der Muttermund vollständig geöffnet.

Die folgende Austreibungsphase reicht vom Zeitpunkt der vollständigen Öffnung des Muttermundes bis zur Geburt des Kindes. Jetzt muss die Mutter sämtliche Kräfte aufbieten, um das Kind durch den Geburtskanal zu drücken. Das geschieht mit Hilfe von Presswehen im Wechsel mit Loslassen. Auch hier ist die richtige Atemtechnik wichtig. Keine Angst: Ihre Hebamme wird Ihnen die richtigen "Kommandos" geben und Ihnen genau sagen, wann Sie pressen und wann Sie sich entspannen müssen.
    
Die Nachgeburtsperiode beginnt mit der Geburt des Kindes und endet mit dem Ausstoßen der Plazenta. In dieser Phase wird die Gebärmutter entleert, also Plazenta, Nabelschnur und Eihäute durch Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur nach außen befördert. Diese leichten Wehen werden Sie nach den großen Anstrengungen jedoch kaum spüren.