Die Pille

Die häufigste und eine der sichersten Form der Empfängnisverhütung ist die Mikropille.

Was sind die Inhaltsstoffe?
Mikropillen enthalten eine Kombination aus

  • Östrogen, meist Ethinylestradiol in unterschiedlichen Dosierungen und
  • Gestagen
    Es gibt mehr als 10 verschiedene Gestagene. Das enthaltene Gestagen entscheidet in der Regel darüber, welchen Zusatznutzen eine Pille bietet.

Für die Verträglichkeit ist die Wahl des Gestagens und die Höhe der Östrogendosierung von Bedeutung.

Man spricht dann von einer Mikropille, wenn der Östrogenanteil unter 0,05 Milligramm (mg), entspricht 50 Mikrogramm (µg), pro Tablette liegt. Der Großteil der heutigen Präparate enthält entweder 20 oder 30µg.

Wie hoch ist die Sicherheit?
Die Sicherheit von Mikropillen ist bei richtiger Anwendung sehr hoch. Der Pearl-Index liegt zwischen 0,1 und 0,9.

Das Sicherheitsfenster beträgt 12 Stunden. Das heißt, wird die Pilleneinnahme vergessen, kann sie innerhalb von 12 Stunden nachgeholt werden, ohne dass die empfängnisverhütende Wirkung nachlässt.

Wie wirkt die Mikropille?
Die beiden Hormone wirken ähnlich wie bei einer Schwangerschaft:

  • Sie unterdrücken die Eireifung im Eierstock,
  • verhindern den Eisprung,
  • verdichten den Zervixschleim, der den Muttermund verschließt, so dass beim Geschlechtsverkehr keine Spermien in die Gebärmutter gelangen,
  • vermindern den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, das heißt eine befruchtete Eizelle könnte sich nicht in der Gebärmutter einnisten.

Gibt es weitere positive Wirkungen?
Die Mikropille besitzt, je nach Zusammensetzung und Hormonkonzentration, noch eine Reihe weiterer positiver Auswirkungen auf den Körper.

Auswirkungen auf den Zyklus:

  • Normalisierung von Zyklusunregelmäßigkeiten
  • Blutungsdauer und -stärke nehmen ab
  • Menstruationsbezogene Beschwerden, wie z.B. schmerzhafte Blutungen, unter denen vor allem junge Mädchen häufig leiden, werden gebessert

Verringert das Auftreten von folgenden Erkrankungen:

  • gutartigen Zysten in der Brust oder in den Eierstöcken
  • Anämie (Blutarmut)
  • aufsteigenden Genitalinfektionen
  • reduziert das Risiko für Eierstock- und Gebärmutterkörperkrebs
  • Eileiterschwangerschaften und Eierstockentzündungen treten deutlich seltener auf
  • der positive Einfluss des Östrogens auf die Knochendichte senkt das Osteoporose-Risiko

Zusätzlich können bei der Mikropille durch die Wahl der Gestagenkomponente positive kosmetische Veränderungen erzielt werden. Solche Gestagene sind das Dienogest und das Drospirenon.

  • Sie vermindern Hautunreinheiten und verbessern das Hautbild
  • Regulieren zu schnelles Fetten der Haare
  • Speziell das Drospirenon vermindert Wassereinlagerung und somit einer Gewichtszunahme

Unangenehme Gewichtszunahme, wie sie vor einigen Jahren noch häufiger vorkam, gehört heutzutage überwiegend der Vergangenheit an. Die meisten Pillen haben keinen negativen Einfluss auf das Gewicht.

Beeinflusst die Mikropille die Fruchtbarkeit?
Die Fruchtbarkeit wird durch die Mikropille nicht negativ beeinflusst.