Diaphragma

Was ist ein Diaphragma?
Das Diaphragma sieht aus wie eine kleine Gummikappe. Es besteht aus einer runden Spiral- oder Flachfeder, die mit Latex oder Silikon überzogen ist. Das Diaphragma wird in neun verschiedenen Größen angeboten und muss individuell in einer Arztpraxis, in einem Familienplanungszentrum oder einer Beratungsstelle angepasst werden. Das größte Diaphragma, das die Frau nach dem Einsetzen nicht spürt, ist das richtige. Die Größe ist unter anderem deshalb so wichtig, weil sich die Scheide bei sexueller Erregung etwas erweitert. Der richtige Sitz muss nach dem Einsetzen jedes Mal mit den Fingern nachgeprüft werden, indem der Muttermund durch das Diaphragma hindurch getastet wird.

Wie wirkt ein Diaphragma?

Das Diaphragma verhindert das Zusammentreffen von Ei- und Samenzelle, indem es den Zugang zur Gebärmutter versperrt. Zusätzlich zu diesem mechanischen Hindernis muss unbedingt noch ein Schutz in Form eines Gels oder einer Creme verwendet werden. Das Gel oder die Creme wird auf diejenige Seite des Diaphragmas aufgetragen, die nach dem Einsetzen dem Muttermund zugewandt ist. Auch der innere Rand wird mit Creme gut bestrichen. So ist der Muttermund und damit der "Einlass" in die Gebärmutter doppelt geschützt.

Wie wird es angewendet?
Das Diaphragma wird (je nach Anwendung von Gel oder Creme) maximal eine bis zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr oder auch unmittelbar vorher durch die Scheide vor den Muttermund eingesetzt. Nach spätestens 24 Stunden muss es wieder entfernt werden. Das Diaphragma bedarf sorgfältiger Pflege, damit das Gummi nicht rissig und porös wird. Nach Benutzung wird es mit lauwarmem Wasser gewaschen und gründlich abgetrocknet. Es kann anschließend mit etwas Mais- oder Kartoffelstärke eingerieben werden, damit es trocken bleibt.  Findet nach dem ersten Geschlechtsverkehr noch ein weiterer statt, muss zusätzlich mit einer Einführhülse oder dem Finger Creme oder Gel nachgegeben werden. Nach etwa zwei Jahren muss es durch ein neues ersetzt werden.
    
Wie sicher ist es?
Bei richtigem Gebrauch ist das Diaphragma genauso zuverlässig wie das Kondom. Am sinnvollsten ist es, das korrekte Einsetzen in der Arztpraxis oder der Beratungsstelle zu üben. Der Muttermund muss durch das Gummi tastbar und komplett bedeckt sein. Zwischen dem Einsetzen des Diaphragmas und dem Geschlechtsverkehr sollten nicht mehr als zwei Stunden vergehen. Nach dem Geschlechtsverkehr muss das Diaphragma noch mindestens acht Stunden in der Scheide liegen bleiben, da die Spermien dort so lange überleben können.

Was sind die Vorteile?
Das Diaphragma muss nur angewendet werden, wenn es tatsächlich zum Geschlechtsverkehr kommt. Es ist damit auch für Frauen geeignet, die nicht so häufigen Sex haben. Es ist relativ preiswert und bedeutet keinen Eingriff in das Körpergeschehen. Die Anwendung wird von einigen Frauen als wertvolle Selbsterfahrung geschätzt, da sie sich und ihren Körper besser kennen lernen, wenn sie diese Methode anwenden.

Welche Nachteile gibt es?
Damit die Frau das Diaphragma auch richtig einsetzen kann, muss sie lernen, sich selbst zu untersuchen, denn sie muss den Muttermund in der Scheide sicher ertasten können und in der Handhabung des Diaphragmas Übung haben. Nur dann bietet das Diaphragma hinreichende Verhütungssicherheit. Für manche Paare bedeutet das Einsetzen des Diaphragmas eine Einschränkung ihrer sexuellen Spontaneität. In einigen Fällen kann das Gel / die Creme ein Brennen am Penis auslösen. In diesem Fall sollte ein anderes Produkt ausprobiert werden.